Erblicher Brust- und Eierstockkrebs (BRCA 1/2 Mutation)

Nadja fritzer - Psychologin Wien

Anrufen unter:
+43 (0) 650 32 00 938

Großteils tritt Brust- sowie Eierstockkrebs sporadisch, also ohne erbliche Vorbelastung auf. Jedoch sind etwa 5-10 % aller Brust- sowie Eierstockkrebserkrankungen erblich bedingt, also auf genetische Veränderungen zurückzuführen.

Seit dem bekannt wurde, dass Angelina Jolie an dieser Genmutation (Genveränderung) leidet und sie sich als protektive Maßnahme für eine Brust- sowie Eierstockentfernung entschied, ist dieses Thema stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

 

Welche Risiken gibt es für die Trägerinnen dieses mutierten Gens?

Frauen, die eine Mutation im BRCA1/2-Gen haben, weisen ein 85 %iges Risiko auf an Brustkrebs und ein 53 %iges Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken.
Patientinnen, bei welchen ein erhöhtes Risiko festgestellt wurde, wird ein spezielles Früherkennungsprogramm empfohlen.

 

Untersuchung

Abstand

Beginn

Gynäkologische Untersuchung inkl. Palpation

alle 12 Monate

mit 18 Jahren

Mammografie

alle 12 Monate

mit 35 Jahren

MRT

alle 12 Monate

mit 25 Jahren

Vaginal-Ultraschall

alle 12 Monate

mit 35Jahren

Tumormarker für Eierstockkrebs

alle 12 Monate

mit 35 Jahren

Brustultraschall

 

bei Bedarf

            Durch den kombinierten Einsatz von MRT und Mammografie werden 9 von 10 Brustkrebstumoren früh erkannt.

 

Wann ist eine genetische Beratung sinnvoll?

Wenn eines der folgenden Kriterien in mütterlicher ODER väterlicher Linie zutrifft:

 

  • 1 Brustkrebs vor dem 35. Lebensjahr
  • 2 Fälle von Brustkrebs vor dem 50. Lebensjahr
  • 3 Fälle von Brustkrebs vor dem 60. Lebensjahr
  • 1 Brustkrebs vor dem 50. Lebensjahr UND 1 Eierstockkrebs jeglichen Alters
  • 2 Fälle von Eierstockkrebs jeglichen Alters

 

In jedem Bundesland gibt es eigene Beratungsstellen, in welchen sie von speziell geschulten FachärztInnen informiert und beraten werden. Am Ende des Gesprächs steht es Ihnen, wenn Sie die erforderlichen Kriterien erfüllen, frei, eine genetische Untersuchung durchführen zu lassen oder nicht. In diesem Fall übernimmt ihr österreichischer Sozialversicherungsträger die Kosten für die Untersuchung.

 

Welche psychosozialen Auswirkungen hat diese Genmutation?

Wenn eine familiäre Häufung vorliegt, sind mögliche Betroffene oft im Zwiespalt und wissen nicht so recht, ob sie sich testen lassen sollen oder nicht – es bleibt jedoch immer ihre höchstpersönliche Entscheidung. Erschwerend kommt aber hinzu, dass unter Umständen auch andere Familienmitglieder (Mutter oder Vater, Geschwister, Kinder) darunter leiden könnten, denn die Wahrscheinlichkeit das veränderte Gen geerbt zu haben, liegt bei 50 %.

Liegt die Genmutation vor gehört man einer Hochrisikogruppe an – was den Betroffenen verständlicherweise große Angst einjagen kann. Die Behandlungsoptionen sind vielseitig und reichen von Beobachten inklusive intensiver Früherkennungsmaßnahmen über vorbeugende Brustabnahme und/oder vorbeugende Eierstockentfernung.

Das bedeutet also, obwohl man de facto nicht erkrankt ist, muss man sich mit einer malignen Erkrankung sowie Behandlungsschritten mit teilweise weitreichenden Konsequenzen, auseinandersetzen.

Psychologische Behandlung

Die psychologische Behandlung hat zum Ziel, Sie bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten – egal für welchen Weg Sie sich auch entscheiden mögen.

Eine protektive Brustentfernung zum Beispiel, kann das Gefühl des Frau-Seins maßgeblich negativ beeinflussen, auch wenn im gleichen Schritt ein Brustaufbau erfolgt.

Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, stellt eine Entfernung der Eierstöcke meist keine Option dar – aber wie geht man mit dem Wissen, ein stark erhöhtes Erkrankungsrisiko in sich zu tragen um? Wie integriert man es in sein Leben und wie geht man mit dem Wunsch nach einem leiblichen Kind um? Diese und noch viele andere Fragen können in der klinisch-psychologischen Behandlung erörtert, reflektiert und womöglich umformuliert werden. Dies ist, wie so vieles andere im Leben, ein Prozess und lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen abhandeln – gerne begleite ich Sie ein Stück.

 

Unter folgenden Link können Sie über die Österreichische Krebshilfe kostenlos Informationsbroschüren downloaden/bestellen:
http://www.krebshilfe.net/services/broschueren

 Hier finden Sie alles zum Österreichischen Brustkrebsfrüherkennungsprogramm:
http://www.frueh-erkennen.at/


 

Kontaktieren Sie mich!

Leiden Sie oder jemand aus Ihrem sozialen Umfeld an dieser Art von Krebs und möchten professionelle Hilfe an Anspruch nehmen, können Sie jederzeit mit mir Kontakt aufnehmen:
Tel.: 0650/32 00 938 oder benutzen Sie das Online Kontaktformular.




© 2015 Rauschfrei Media.

Search